Die Reise in die Blogosphäre
 
Inszenieren-kritisieren-spekulieren. Das sind die ersten erkennbaren Symptome, die Blogomanie-Betroffene verraten. Auch hierzulande zieht das Phänomen „Blog“ bereits namhafte Persönlichkeiten in seinen Bann. Die Auswirkungen schlagen meist positiv zu Buche, haben aber manchmal auch drastische Folgen.

 
Die BPRG traf sich am 27. Mai in der futuristisch anmutenden Titanic II. Die Gastgeberin war das Bundesamt für Informatik und Telekommunikaton BIT, vertreten durch Claudio C. Frigero, Mitglied der Geschäftsleitung, Nora Kelemann, Leiterin Kommunikation und Marc Bärtschi, Corporate Publisher und an diesem Abend Fotograf.
 

Béatrice Wertli, BPRG-Vizepräsidentin, begrüsst Berns künftige Blogger-Szene
 
 
Thema des Abends war eine noch junge Zeiterscheinung im Web: Bloggen. Ein Phänomen, das weltweit Tausende in seinen Bann schlägt und zum Teil skurrile Formen annimmt.
Claudio C. Frigero begrüsste die neugierigen 85 BPRG-Mitglieder herzlich. Er präsentierte kurz Leistungsauftrag, Aufgaben und Organisation des BIT und übergab danach das Wort an Mathias "This" Born, Journalist und selber passionierter Blogger.
Dieser begleitete die anwesenden BPRG-Mitglieder auf eine Reise in die Blogosphäre. Hierzu musste das Publikum zuerst wissen, was ein Blog überhaupt ist. Nicht, dass jemand der Anwesenden noch nie von Blogs gehört hätte, doch eine richtig treffende Definition lag trotzdem niemandem spontan auf der Zunge.
 
This Born, Journalist bei der Berner Zeitung und aktiver Blogger
 
Blogs: Modeerscheinungen oder unverzichtbar?
This Born berief sich auf Wikipedia und definierte einen Blog als ein auf einer Website geführtes und öffentlich einsehbares Tagebuch, das häufig endlos sei, das heisse, aus einer langen chronologisch sortierten Liste von Einträgen bestehe. Die Einträge des Herausgebers – des Bloggers eben – seien meistens Darstellungen und Aspekte dessen eigenen Lebens und bestünden aus spezifischen Themenbereichen. Ein Blog könne aber auch – einem Webforum ähnlich – als Diskussionsplattform dienen.

Inszenieren
Ein Blog sei ein System zur Inhaltsverwaltung, ein persönliches Tagebuch auch, das einen unorthodoxen Schreibstil zulasse und dadurch in Blogkreisen Kultcharakter geniesse. Bloggen sei ein Lebensstil. Blogger erkenne man daran, dass sie sich anders in der Welt bewegten als Nicht-Blogger. Blogger seien Menschen, die stets nach Speziellem Ausschau hielten und darauf aus seien, Neues in die Welt zu stellen.

Kritisieren
Das Klischee, dass Blogs Müll seien, relativierte This Born: Obwohl in der Blogger-Szene viel Inhalt – in der Szene auch Katzen-Content genannt – produziert werde, seien Blogger die Meinungsführer im Internet. Sie erreichten ein interessiertes Zielpublikum – und durch das Thematisieren ihrer Meinung manchmal einiges. Beispiel: Blogger Andi schätzte den Holunderblütensirup aus der schönen Glasflasche der Migros über alles. Als der Grossverteiler das süsse Getränk aus dem Sortiment verbannte und durch ein neues Produkt ersetzte, war die Enttäuschung gross. In einem Eintrag in seinem Blog gab er seiner Enttäuschung Ausdruck. Wie es schien, wünschten sich auch viele andere, dass der alte Holundersirup zurück in die Regale finden sollte. Nachdem schliesslich sogar die Medien auf die Holundersirupkrise aufmerksam wurden, nahm die Migros den offenbar leckereren Trank wieder im Sortiment auf.

Spekulieren
Tatsache ist, dass Blogger stark untereinander vernetzt sind. Suchmaschinen stufen Blogs zudem hoch ein. Beispiele zeigen, dass Blogger mit spezifischen Inhalten durchaus Themen popularisieren und den Diskurs darüber fördern können.

 
Wie man zum Blogger wird und was einen guten Blogger auszeichnet, lernten die künftigen Blogspezialistinnen und -spezialisten in der Praxis. In drei Workshops erhielten alle, die ungeduldig auf erste Tuchfühlung spekulierten, Gelegenheit, einen Blog einzurichten und Fragen zu Registration, Monitoring, Konzept und sinnvollem Einsatz zu stellen.

 
Caner Aslan, Microsoft Schweiz Stefan Meierhans, Microsoft Schweiz
 
Nach getaner Arbeit genossen die hungrigen BPRG-Mitglieder ein wohlverdientes äusserst schmackhaftes Apéro, offeriert vom Bundesamt für Informatik und Telekommunikation BIT und Mircrosoft Schweiz.
Wir danken dem BIT, Mircrosoft Schweiz und Mathias Born herzlich für die grosszügige Unterstützung als Gastgeber und für die kompetente Wissensvermittlung.

 
 
Die Blogger-Szene kurz gefasst
Bloganbieter sind z.B. Kaywa, Google, Microsoft
Eigene Blogs auf einem (gemieteten) Zentralrechner (z.B. mit Wordpress, Serendipity)
Erste Blogs Mitte der 1990er Jahre
2003: Salam Pax’ Blog (Irak) „Where is Read?“
2003: Kaywa erster Bloganbieter in der Schweiz
2003/2004: US-Präsidentschaftskandidat Howard Dean führt Weblog-Kampagne
2006: Web 2.0 (Myspace, Facebock, Flickr, Twitter und Youtube)
2008: Technorati hat 113 Mio. Blogs indexiert, Blogcensus zählte 133'300 deutschsprachige Blogs

Bericht: Claudia Graber

 
Das BIT, Claudio C. Frigiero Download (4859 kB)
 
Einführung in die Blogosphäre, This Born Download (2110 kB)
 
Blog-Monitoring, This Born Download (81 kB)
 
Blog-Konzept, Stefan Meierhans Download (978 kB)
 
Bloggen mit Windows, Canar Aslan Download (2570 kB)